Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus
Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus, auch zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen (von zirkadian für Tagesrhythmus, lateinisch «circa», ringsum, und «dies», Tag) genannt, treten auf, wenn die «innere Uhr» der gewohnten Wach- und Schlafzeiten nicht mit dem 24-Stunden-Zyklus von Tag und Nacht übereinstimmt. Betroffene können nicht zu normalen Zeiten einschlafen oder aufwachen. Mögliche Ursachen sind
• Jetlag nach dem Überqueren von Zeitzonen,
• unregelmässige Arbeitszeiten (zum Beispiel Schichtarbeit),
• mangelnde Lichtexposition (zum Beispiel bei Blindheit),
• häufige Änderungen der Schlafzeiten,
• Gehirnschäden (zum Beispiel durch Schlaganfall oder Kopfverletzungen),
• Unempfindlichkeit gegenüber Licht-Dunkel-Zyklen,
• bestimmte Medikamente oder Drogen.
Die häufigsten Symptome sind
• Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen,
• übermässige Tagesmüdigkeit,
• Konzentrationsprobleme,
• Stimmungsschwankungen,
• Verdauungsstörungen,
• erhöhtes Risiko für chronische Erkrankungen bei langfristigen Störungen.
Die Diagnose stützt sich hauptsächlich auf die oben erwähnten Symptome und auf die Krankengeschichte. Neben dem ausführlichen Gespräch über Schlafgewohnheiten können auch ein Schlafprotokoll über mehrere Wochen oder eine Untersuchung im Schlaflabor, zum Beispiel mit einer Aktigraphie Klarheit schaffen.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung zielt darauf ab, den Schlaf-Wach-Rhythmus wieder an den natürlichen Tag-Nacht-Zyklus anzupassen, zum Beispiel durch regelmässige Schlaf- und Wachzeiten und indem man sich am Morgen hellem Licht aussetzt und am Abend blaues Licht meidet. Diese Massnahmen sind auch vorbeugend zu empfehlen.
In besonderen Fällen kann Lichttherapie mittels spezieller Lichtquellen helfen. Medikamente wie Melatonin oder spezielle Schlaf- oder Wachheitsmittel können unterstützend wirken. Mit der Chronotherapie versucht man, die Schlafzeiten schrittweise zu verschieben, bis der gewünschte Rhythmus erreicht ist.
Tipps gegen Jetlag
Jetlag tritt meistens nach dem Überqueren von drei oder mehr Zeitzonen auf, besonders stark bei Reisen nach Osten. Die folgenden Tipps können helfen:
• Uhr schon einige Stunden vor der Abreise auf die Zeit am Zielort umstellen,
• Essenszeiten schon vor dem Flug auf jene am Zielort umstellen,
• vor Flug nach Osten früher zu Bett und Wecker stellen,
• vor Flug nach Westen später zu Bett und morgens länger schlafen,
• grundsätzlich eher versuchen, länger wach zu bleiben als früher einzuschlafen,
• viel trinken, aber keinen Alkohol.